Vom Fussballfeld zum A-cappella-Gesang

Wie sich die erste "Möncholdies"-Mannschaft fand

Was als Schnapsidee unter Fussballerkollegen des FC-Mönchaltorf anno 1987 im Restaurant Ochsen begann, erfreut nun schon 30 Jahre Alt und Jung weit über die Region hinaus: die Möncholdies, die mit feschem A-cappella-Männergesang das Damals und das Heute zusammenbringen.

Elf - nein, vier Freunde müsst ihr sein

Gery Ostwaldt spielte in den Achzigerjahren im FC-Mönchaltorf Fussball und sang heimlich im Chor des Zürcher Opernhauses. Nach den Matches stimmten drei Fussballfreunde mit ihm ab und zu zusammen ein Lied an und versuchten sich in harmonischer Polyphonie.

Es waren dies mit Namen: Werni Pfister, Hermi Trümpi und Fränk Trettin. Wie sie nach einem Match wieder einmal im "Ochsen" beieinander sassen, drängten die drei Gery Ostwaldt - da er doch als Opernchorsänger vom Fach sei -, zusammen mit ihnen die Sache mit Fleiss und Methode anzugehen. Ein Probelokal mit Klavier konnte Werni Pfister, damals Gemeinderat, organisieren. Gery Ostwaldt, zum ersten Mal in die Rolle des Ensemble-Leiters versetzt, holte seine Kicker-Kumpels erst mit einem eigens arrangierten Prost-Lied ab. Es klappte. Ein zweites Weinlied folgte, Brahm's Wiegenlied "Guten Abend, Gute Nacht", und ein weiteres Stück kamen dazu. Dann war der damalige FC-Mönchi-Präsi, Max Kälin, zum FC Neuffen (Baden Württemberg) eingeladen. Er nahm die vier sangesfreudigen Kicker mit, die seiner diplomatischen Mission Glanz zu verleihen versprachen. Oben im Saal unterhielt ein Profi-Orchester die Fussballfreunde, während Gery Ostwaldts Truppe sich unter der Treppe einsang. "Ihr müsst oben, nicht hier unten singen", rief ihnen ein verblüffter Neuffener zu, als er sie vorbeieilend hörte.

Auf die Bühne gelangten sie dann auch. "Uns zitterten vor Aufregung die Knie, und vom Champagner, den wir nach dem Auftritt bekamen, verschütteten wir die Hälfte, so nervös waren wir", erinnert sich Gery Ostwaldt. Die vier hatten Blut geleckt. Die Möncholdies waren geboren.

Ein "Lausbub"

Es gibt viele Fussballclubs in der Region, und vielleicht kickt auch in einem anderen FC ein heimlicher Sänger des Zürcher Opernhauschors, die Möncholdies aber sind einzigartig.

Gery Ostwaldt wurde 1948, damals elfjährig, von seinen Berliner Lehrern, an die Thomanerschule nach Leipzig geschickt, wo er an der ältesten öffentlichen Schule Deutschlands Gesangs-, Klavier- und Gitarrenunterricht genoss. Das prägt. Zum selbständigen arrangieren der Musikstücke ermutigte ihn der Bayer Erich Widl, der bis 1990 den Zürcher Opernhauschor dirigierte.

Derzeit sind die Möncholdies noch etwas vorsichtig, denn die neue Zusammensetzung der Truppe  muss sich erst wieder konsolidieren. Denn das Allerletzte, was Gery Ostwaldt möchte ist: hoffnungsvolle Talente verheizen

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